Weltweit hungern immer mehr Menschen

Klimakatastrophen versetzten 39 Millionen Menschen in 23 Ländern in akute Ernährungsunsicherheit. Foto: fmsc / flickr.com (CC BY 2.0)

Die Vereinten Nationen beklagen eine Zunahme des akuten, lebensbedrohlichen Hungers auf der Welt. Im vergangenen Jahr seien rund 124 Millionen Menschen in 51 Ländern betroffen gewesen, heißt es in einem Bericht, den heute die Welternährungsorganisation FAO veröffentlichte. Das seien elf Millionen mehr Menschen als 2016. Grund für die Zunahme seien meist neue oder verstärkte Konflikte. Hinzu kämen anhaltende Dürren, vor allem im östlichen und südlichen Afrika.

Der Bericht wird jedes Jahr von einer Gruppe internationaler humanitärer Partner erstellt und von der Europäischen Union, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) auf einer Informationsveranstaltung für die UN-Mitgliedsstaaten in Rom vorgestellt. Die aufgezeigte Situation unterstreiche die dringende Notwendigkeit, gleichzeitig zu handeln, um Leben und Lebensgrundlagen zu retten und die Ursachen von Nahrungsmittelkrisen anzugehen, heißt es.

Konflikte waren weiterhin die Hauptursache für akute Ernährungsunsicherheit in 18 Ländern – 15 allein in Afrika und im Nahen Osten. Sie sind Hauptgrund für die meisten Fälle von akuter Ernährungsunsicherheit in der Welt. Sie betreffen rund 74 Millionen Menschen.

Klimakatastrophen – vor allem die Dürre – versetzten 39 Millionen Menschen in 23 Ländern in akute Ernährungsunsicherheit. Sie waren Auslöser für Nahrungsmittelkrisen. Überhaupt tragen Konflikte, Klimakatastrophen und andere Faktoren oftmals zu komplexen Krisen bei, die verheerende und lang anhaltende Folgen für den Lebensunterhalt der Menschen haben.

Die bestehenden Konflikte werden voraussichtlich auch in diesem Jahr ein Hauptgrund für Nahrungsmittelkrisen bleiben. Besonders betroffen davon werden Afghanistan, die Zentralafrikanische Republik, die Demokratische Republik Kongo, Nordostnigeria, der Südsudan, Syrien, der Jemen sowie Libyen und die zentrale Sahelzone sein, heißt es in dem Bericht. Im Jemen werde sich mit großer Wahrscheinlichkeit die Lage aufgrund des eingeschränkten Zugangs, des wirtschaftlichen Zusammenbruchs und des Ausbruchs von Krankheiten weiter verschlechtern.

Die Auswirkungen von extrem trockenem Wetter auf die Pflanzen- und Tierproduktion dürften die Ernährungsunsicherheit in den ländlichen Regionen Somalias, Südost-Äthiopiens und Ostkenias sowie in Westafrika und den Sahel-Ländern Senegal, Tschad, Niger, Mali, Mauretanien und Burkina Faso verstärken.