Nach Kalinak-Rücktritt herrscht weiter Unruhe

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Die slowakische Regierung steht auch nach dem Rücktritt von Innenminister Kalinak unter Druck. Das berichtet heute zusammenfassend der Deutschlandfunk.

Die liberale Oppositionspartei Freiheit und Solidarität brachte einen Misstrauensantrag gegen die regierende Drei-Parteien-Koalition ein, heißt es weiter. Der Schritt Kalinaks reiche nicht, um die Politik von Korruption und Mafia zu säubern, sagte der Parteivorsitzende Galko. Innenminister und Vize-Regierungschef Kalinak hatte heute in Bratislava seinen Rücktritt bekanntgegeben. Er reagierte damit auf den Vorwurf, keine unabhängigen Ermittlungen garantieren zu können.

Am Wochenende hatten in der Slowakei Zehntausende Menschen gegen die Regierung und die Mafia protestiert. Bei den Kundgebungen in der Hauptstadt Bratislava und an anderen Orten forderten die Demonstranten eine gründliche Untersuchung der Morde an Kuciak und seiner Verlobten. Es waren die größten Proteste in der Slowakei seit der Samtenen Revolution 1989.

Bei einem Besuch in Bratislava äußerten sich mehrere EU-Parlamentarier besorgt über die politische Krise in der Slowakei. Die CDU-Politikerin Gräßle sprach von einem zutiefst gespaltenen, nahezu traumatisierten Land.

Auslöser der Krise ist der Mord an dem Reporter Kuciak. Er und seine Verlobte waren Ende Februar getötet worden. Der Journalist hatte mehrfach Artikel über korrupte Machenschaften in der Slowakei veröffentlicht.

Das Video: Nach dem Mord an dem Journalisten Jan Kuciak und dessen Freundin ist die Slowakei in eine tiefe politische Krise gestürzt. Innenminister Robert Kalinak tritt zurück. Der Opposition ist das nicht genug. Quelle: Welt