Music Discovery Project 2018

Simone Rubino. Foto: Marco Borggreve

Special Guests beim Music Discovery Project 2018 waren die Hamburger Elektro-Band Hundreds und der junge italienische Multi-Percussionist Simone Rubino. Unter dem Titel »BeziehungsKiste« präsentierten sie mit dem hr-Sinfonieorchester und der Dirigentin Elim Chan in der Jahrhunderthalle ein Programm rund um das wohl älteste Thema in der Kunst: die Liebe. Wir möchten Ihnen die beiden Teile des auf Youtube veröffentlichten Konzerts „dringend“ empfehlen.

Musik von Sergej Prokofjew, Leonard Bernstein, Iannis Xenakis und Tan Dun standen an beiden Abenden den sphärischen Elektroklängen der Hundreds gegenüber. Zentrales Motiv waren zwischenmenschliche Beziehungen und auch die Verbindungen zwischen Mensch und Natur, Orchester und Band, Solo und Tutti, Rhythmus und Stimme. Beim Music Discovery Project schienen diese Bindungen in den musikalischen Welten von Klassik, zeitgenössischer Avantgarde, Tango und Elektronik auf und gingen ungewohnte Beziehungen ein.

Hinter dem Bandnamen Hundreds steckt das Geschwisterpaar Eva und ihr sechs Jahre älterer Bruder Philipp Milner aus Hamburg. Er, ausgebildeter Jazzpianist, bedient Synthesizer, Piano und Laptop, sie textet, singt und spielt auch mal Autoharp oder Glockenspiel. 2010 erschien ihr selbstbetiteltes Debütalbum, derzeit sind sie mit ihrem aktuellen, dritten Album »Wilderness« auf Tour. Seit ihrem Debüt ist die Musik des Geschwister-Duos offener geworden, ohne dabei etwas von ihren Geheimnissen einzubüßen. Die von Philipp sorgsam arrangierten elektronischen Beats treffen auf Evas melancholische Texte. Dabei dominiert eine düstere Sehnsucht, die immer getragen wird von Euphorie und purer Lust an der Musik. Seit ihrem Debüt haben die Hamburger ausverkaufte Touren in ganz Europa gespielt. Sie supporteten Alt-J auf ihrer Deutschlandtour, reisten zum CMJ Festival nach New York, und bespielten 2014 die MUSEXPO in Los Angeles.

1993 in Turin geboren, studierte Rubino zunächst in seiner Heimatstadt am Konservatorium Giuseppe Verdi, ehe er nach München zu Peter Sadlo wechselte. Der junge Italiener gewann 2014 den ARD Musikwettbewerb und gehört zu einer neuen Generation von Schlagzeugern, die sich mittlerweile im klassischen Konzertbetrieb etabliert haben. Das hr-Sinfonieorchester kennt Rubino schon von einem gemeinsamen Konzertprojekt. Er spielte als Solist mit großem Erfolg aber bereits auch mit weiteren renommierten Orchestern wie den Wiener Philharmonikern, dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und den Münchner Philharmonikern.

»BeziehungsKiste« – Teil 1: SERGEJ PROKOFJEW: Romeo und Julia – Die Montagus und Capulets ∙ IANNIS XENAKIS: Rebonds B ∙ SERGEJ PROKOFJEW: Romeo und Julia – Romeo am Grabe Julias ∙ HUNDREDS: Fighter ∙11 TAN DUN: The Tears of Nature – Autumn ∙ HUNDREDS: Wilderness TAN DUN: The Tears of Nature – Winter ∙ HUNDREDS: Separate The Sea ∙ HUNDREDS: Our Past ∙ HUNDREDS: Rabbits On The Roof ∙ Teil 2: LEONARD BERNSTEIN: Sinfonische Tänze aus der »West Side Story« – Prolog – »Somewhere« ∙ HUNDREDS: Please Rewind ∙ HUNDREDS: Aftermath ∙ LEONARD BERNSTEIN: Sinfonische Tänze aus der »West Side Story« – Scherzo – Mambo – Cha-Cha – Meeting-Szene ∙ HUNDREDS: Wind In The Pines ∙ LEONARD BERNSTEIN: Sinfonische Tänze aus der »West Side Story« – »Cool« (Fuge) – Rumble – Finale ∙ HUNDREDS: Stones ∙ ASTOR PIAZZOLLA: Libertango ∙ HUNDREDS: Beehive ∙ hr-Sinfonieorchester – Frankfurt Radio Symphony ∙ Hundreds ∙ Simone Rubino, Schlagzeug ∙ Elim Chan, Dirigentin ∙ Jahrhunderthalle Frankfurt, 24. Februar 2018