Bundestag: Meuterei bei den Linken

Sahra Wagenknecht gerät offenbar wegen ihrer Attacke gegen die Parteiführung nun selbst unter Druck. Foto: Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek

25 Abgeordnete der Bundestagsfraktion der Linken haben offenbar gegen die Kritik ihrer Fraktionschefin Wagenknecht opponiert. Die hatte in einem Interview mit dem „neuen deutschland“ am Mittwoch erklärt, dass eine Partei, in der es ständig Streit und interne Reibereien gebe, nicht gut geführt werde. Gemeint waren offenbar die beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger. Namentlich genannt hatte sie Wagenknecht nicht.

Gestern meldeten sich nun „strömungsübergreifend“ 25 Abgeordnete der Linksfraktion mit einer Erklärung zu Wort, in der sie Wagenknecht nach ihrem Angriff auf die Parteispitze widersprechen, schreibt das „nd“ heute. »Mit Erstaunen nehmen wir die inzwischen wiederholt öffentlich vorgetragene Kritik unserer Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht an der Arbeit der Parteispitze wahr. Wir teilen diese Einschätzung nicht«, heißt es dem Bericht zufolge in einem Brief der Parlamentarier.

Nach Ansicht der Unterzeichner habe sich die LINKE seit dem Göttinger Bundesparteitag im Jahr 2012 „gut entwickelt“ und sich von „davor liegenden Auseinandersetzungen gut erholt“. Dafür spreche das starke Wachstum der Partei und die „vielen Neueintritte, gerade auch von jungen Menschen“. Dagegen gebe es in der Bundestagsfraktion „eine Vielzahl ungeklärter Konflikte und offener Probleme“. Wagenknecht werfen die Abgeordneten einen „nichtintegrativen Führungsstil“. Sie schlagen ihr vor, sich zunächst um die Klärung der Fragen in der eigenen Verantwortung zu kümmern, zitiert das „nd“ die Parlamentarier.

Ingesamt gehören der Fraktion 69 Mitglieder an. Wagenknecht teilt sich die Fraktionsführung mit Dietmar Bartsch. Er wird in dem Brief nicht genannt.